Mittwoch, 26. Februar 2014

Puppentheater nicht nur für kleine Besucher

Fundstück der Woche am 04.04.2012

„Byli Jsme A Budem!“ (Wir waren und werden sein) steht über der ca. 150cm x 80cm x 150cm großen Puppenbühne geschrieben. Die Bühne befindet sich samt Marionetten, Bühnenbildern und Bühnenmöbeln seit dem Jahr 2000 im Bestand des Dorfmuseums Markersdorf und wurde fünf 5 Monate lang restauriert. Dabei stellte sich heraus, dass das Puppentheater aus ursprünglich zwei Theatern zusammengesetzt wurde und aus den Jahren zwischen 1918 und 1930 stammt.

Das Handpuppentheater kommt ursprünglich aus dem Raum Persien, jedoch auch im antiken Griechenland waren bereits Marionetten bekannt. Erst im 12. Jahrhundert finden sich erste Spuren von Spielfiguren im mitteleuropäischen Kulturkreis. Von diesen ersten Spuren bis hin zur weiten Verbreitung des Puppentheaters dauert es noch einmal 400 Jahre. Erst im 16. Jahrhundert wird damit begonnen, eigene Stücke speziell für die damals reisenden Puppentheater zu schreiben. Es handelt sich hierbei um Adaptionen von Märchen und anderen Mythen, oft geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle. Eine besonders typische Figur, die auf der großen Bühne längst als unmodern gilt, ist der Hanswurst oder der Kasper.

Im 19. Jahrhundert wird das Puppenspiel romantisiert. Es entwickelt sich weg vom Erwachsenen- hin zum Kindertheater.

Das Ende des 2. Weltkriegs bedeutet auch für das Puppentheater einen Neuanfang. Jetzt werden neben den volksnahen Werken auch experimentelle Stücke gezeigt. Heute werden die verschiedensten Werke für die Puppentheaterbühne verwendet: klassische Stücke der großen Bühne ebenso wie Märchen und Kinderbücher oder sogar Opern. Besonders bekannt geworden ist seit den 1950er Jahren die Augsburger Puppenkiste, die den Spagat zwischen Bühne und Fernsehen erfolgreich meisterte.