Mittwoch, 26. Februar 2014

Ein Hahn grüßt die Sonne

Fundstück der Woche 29.3.2010

Walter Rhaue verwendet den Hahn als Symbolfigur

Eine lächelnde, grünlich gelbe Sonne blickt auf einen in himmelblau gehaltenen Hahn, der sich dem Himmel mit einem Schrei entgegen reckt. Dieses morgendliche Motiv ziert einen 23,5 cm großen Teller des Görlitzer Töpfers Walter Rhaue, der sich im Depot des Dorfmuseums Markersdorf befindet.

Der Schöpfer dieses Tellers zählt zu den bekanntesten Künstlern der Oberlausitz. 1885 im Kreis Brieg/ Brzeg in Schlesien geboren, machte Walter Rhaue gegen den Willen seines Vaters eine Malerlehre bei seinem Onkel in Breslau/ Wrocław. Schließlich studierte er an der Breslauer Kunstakademie. 1911 kam er gemeinsam mit seiner Familie nach Görlitz, wo er zunächst als Kirchenmaler und –restaurator tätig war. Nach dem 1. Weltkrieg ließ er sich bei Paul Jürgel in Nieder Bielau/ Bielawa Dolna in der Töpferei ausbilden und begann bald darauf mit der Herstellung von Fayencen und Engobenmalereien. 1927 wurde der Betrieb von Rauschwalde nach Biesnitz verlegt, wo er auch nach dem Tod Walter Rhaues 1959 weitergeführt wurde.

Der auf dem Teller des Dorfmuseums Markersdorf dargestellte Hahn passt aufgrund seiner Bedeutung besonders gut in die Osterzeit. Als Künder des Tages, ist er ein Auferstehungssymbol und steht für die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag.