Mittwoch, 26. Februar 2014

Abzeichen eines preußischen Postbeamten

Fundstück der Woche 2.3.2011

Postbeamte trugen bis 1918 dieses Hoheitsabzeichen

Die Reichsgründung im Jahre 1871 bedeutete nicht nur einen Zusammenschluss der einzelnen deutschen Teilstaaten, sondern brachte unter anderem auch eine Vereinheitlichung der Posttarife mit sich. Im am 1.1.1871 in Kraft getretenen „Gesetz über das Posttaxwesen im Gebiet des Deutschen Reiches“ wurden unter anderem das Porto für Briefe, das Paketporto, das Porto für Wertsendungen und auch die Provision für Zeitungen festgelegt.

Die Reichspost war am 12.5.1870 aus der Norddeutschen Post hervorgegangen und wurde 1876 mit der Reichstelegrafenverwaltung zusammengelegt. In der Reichsverfassung wurde die Post zu einer einheitlichen Staats-Verkehrsanstalt erklärt. Nur Bayern und Württemberg stellten Ausnahmen dar, denn sie behielten ihre eigene Post- und Telegrafenverwaltung und damit auch ihre eigenen internen Ortstarife.

Ab dem 20. August 1871 waren alle Postangestellten „kaiserlich“ und trugen als staatliche Amtspersonen verschiedene Hoheitsabzeichen. Das Besondere Objekt ist ein solches Abzeichen. Es wurde zwischen 1871 und 1918 von jedem Postbeamten mit Stolz auf einer Armbinde getragen. An den Rändern sind noch die Löcher zu erkennen, mit deren Hilfe es auf der Armbinde befestigt wurde. Es zeigt den von der Reichskrone gekrönten preußischen Adler. In seinen Klauen hält er ein Posthorn, aus dem Blitze schießen. Diese Verbindung von traditionellem Posthorn und der elektrischen Kraft des Blitzes ist eine Versinnbildlichung von Post- und Telegrafenamt.

Einen Meilenstein in der deutschen Post- und Telegraphengeschichte stellt der 26.Oktober 1877 dar. An diesem Tag wurden in Berlin die ersten Sprechversuche mit zwei „Bell’schen Telephonen“ unternommen. Anwesend waren an diesem Tage der damalige preußische Generalpostdirektor Heinrich von Stephan und der Generaltelegrafendirektor Budde. Schon 10 Tage später wurde die erste ständige Telefonverbindung in Deutschland aufgenommen. Diese bahnbrechende Neuerung führte schließlich dazu, dass Heinrich von Stephan in den Rang eines Staatsministers aufstieg und Generalpostmeister wurde. Mit seiner visionären Denkweise sorgte er dafür, dass neue Technologien im Postwesen Einzug hielten.